Du hast Ideen im Kopf, beobachtest Kampagnen genauer als andere und möchtest nicht nur über Werbung reden, sondern sie selbst machen? Einen Praktikumsplatz in einer Werbeagentur zu finden, ist dann mehr als ein Pflichtpunkt im Lebenslauf. Es ist Deine Chance, echte Projekte kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen und herauszufinden, welche Rolle in der Kommunikationsbranche zu Dir passt.
Agenturen suchen nicht den einen perfekten Lebenslauf. Sie suchen Menschen, die neugierig sind, zuverlässig arbeiten und Lust haben, mit anzupacken. Wenn Du Deine Stärken klar zeigst und Dich gezielt bewirbst, wird aus dem Wunsch nach einem kreativen Einstieg ein konkreter nächster Schritt.
Was eine Werbeagentur von Praktikant*innen erwartet
Eine Werbeagentur ist kein einheitlicher Arbeitsplatz. In einer kleinen Kreativagentur kann es sein, dass Du morgens an einem Social-Media-Konzept mitarbeitest und nachmittags bei einem Kundentermin zuhörst. In einer größeren Agentur sind die Aufgaben meist stärker verteilt: Kreation, Strategie, Beratung, Projektmanagement, Media, Content oder PR arbeiten in eigenen Teams.
Trotzdem achten viele Agenturen auf ähnliche Eigenschaften. Du musst noch nicht alles können. Wichtiger ist, dass Du aufmerksam zuhörst, Fragen stellst, Absprachen einhältst und konstruktiv mit Feedback umgehst. Werbung entsteht selten allein am Schreibtisch. Sie entsteht im Austausch mit Kolleginnen, Kundinnen und unterschiedlichen Fachrichtungen.
Auch Organisation zählt. Kreative Ideen sind stark, wenn sie zum Briefing, zur Zielgruppe und zum Zeitplan passen. Wer zeigen kann, dass er oder sie sowohl Ideen entwickelt als auch sauber arbeitet, hinterlässt einen professionellen Eindruck.
Den passenden Praktikumsplatz in einer Werbeagentur finden
Bevor Du Bewerbungen verschickst, solltest Du wissen, wonach Du suchst. Die Frage lautet nicht nur: Welche Agentur nimmt Praktikant*innen? Sie lautet auch: Was möchte ich dort lernen?
Interessierst Du Dich besonders für Gestaltung, können Design- und Branding-Agenturen passend sein. Wenn Dich Texte, Kampagnenideen und Social Media reizen, schau auf Kreativ-, Content- oder Digitalagenturen. Liegt Dir der Kontakt mit Menschen und die Planung, könnten Beratung, Account Management oder Projektmanagement spannend sein. Für Themen wie Pressearbeit, Events und Unternehmenskommunikation bieten PR-Agenturen gute Einblicke.
Es ist völlig in Ordnung, wenn Du Dich noch nicht festlegen willst. Ein Praktikum hilft gerade dabei, verschiedene Aufgaben kennenzulernen. Entscheidend ist nur, dass Deine Bewerbung erkennen lässt, warum diese Agentur zu Deinen Interessen passt. Ein allgemeines „Ich interessiere mich für Werbung“ bleibt schnell hängen. Konkreter wirkt: „Mich interessiert, wie Sie Marken für junge Zielgruppen über Social Media und Live-Kommunikation erlebbar machen.“
Recherche, die wirklich weiterhilft
Schau Dir nicht nur offene Stellen an. Wirf einen Blick auf Projekte, Arbeitsbereiche und die Art, wie eine Agentur kommuniziert. Welche Kund*innen betreut sie? Sind die Kampagnen eher lokal, digital, kulturell oder international? Spricht Dich die Gestaltung an? Daran erkennst Du, ob Du Dich mit der Arbeit identifizieren kannst.
Gerade kleinere Agenturen schreiben Praktika nicht immer groß aus. Eine Initiativbewerbung kann deshalb sinnvoll sein. Sie funktioniert aber nur, wenn sie persönlich ist. Nenne einen konkreten Bezug zur Agentur und schlage vor, in welchem Bereich Du unterstützen möchtest. Eine Massenmail an zwanzig Empfänger*innen spart zwar Zeit, bringt aber selten die Einladung zum Gespräch.
Nutze außerdem Dein Umfeld. Frag Lehrkräfte, ehemalige Mitschüler*innen, Familienmitglieder oder Kontakte aus Vereinen, ob sie Agenturen oder Kommunikationsabteilungen kennen. Viele Praktikumsplätze entstehen über Empfehlungen, weil Agenturen Menschen suchen, die verlässlich ins Team passen.
Deine Bewerbung: Zeig Haltung statt Standardfloskeln
Deine Bewerbung muss nicht aussehen wie die einer erfahrenen Art Direktorin oder eines erfahrenen Beraters. Sie soll zeigen, dass Du vorbereitet bist. Dazu gehören ein übersichtlicher Lebenslauf, ein kurzes Anschreiben und – falls es zu Deinem Bereich passt – Arbeitsproben.
Im Anschreiben reichen oft wenige präzise Absätze. Erkläre, warum Du diese Agentur auswählst, welche Themen Dich interessieren und was Du bereits mitbringst. Das können Schulprojekte, ein eigener TikTok-Kanal, Fotos, Illustrationen, ein Vereinsflyer, ein Podcast, eine Veranstaltung oder eine kaufmännische Ausbildung sein. Auch ein Nebenjob kann zeigen, dass Du Verantwortung übernimmst und mit Menschen umgehen kannst.
Vermeide Formulierungen wie „Hiermit bewerbe ich mich“ oder „Ich bin kreativ, motiviert und teamfähig“ ohne Beleg. Zeig lieber, woran man Deine Stärken erkennt. Statt „Ich bin organisiert“ kannst Du schreiben, dass Du eine Schulveranstaltung geplant, Aufgaben verteilt und Termine koordiniert hast. Das ist greifbar und glaubwürdig.
Arbeitsproben: Klein, ehrlich und passend
Für Design, Content und Kreation sind Arbeitsproben oft ein Vorteil. Du brauchst dafür kein riesiges Portfolio. Fünf bis acht sorgfältig ausgewählte Arbeiten reichen häufig aus. Zeig zum Beispiel Poster, Social-Posts, Fotos, Videos, Texte, Skizzen oder Konzepte aus Schule und Freizeit.
Wichtig ist nicht nur das Ergebnis. Ergänze kurz, was Deine Aufgabe war und welche Idee dahinterstand. Hast Du allein gearbeitet oder im Team? Für wen war das Projekt gedacht? Welche Entscheidung würdest Du heute anders treffen? Solche Einblicke zeigen Reflexion – und die ist in kreativen Berufen sehr wertvoll.
Wenn Du in Beratung, PR oder Projektmanagement starten möchtest, sind klassische Designarbeiten keine Pflicht. Dann können ein gut aufgebautes Konzept, ein Beispiel für einen Pressetext, eine Eventplanung oder eine Social-Media-Idee genauso überzeugen. Passe Deine Auswahl an die Rolle an, für die Du Dich bewirbst.
So bereitest Du Dich auf das Gespräch vor
Eine Einladung bedeutet: Dein Profil hat Interesse geweckt. Im Gespräch wollen Agenturen vor allem wissen, ob die Zusammenarbeit funktionieren kann. Rechne mit Fragen zu Deinen Interessen, bisherigen Erfahrungen, Deinem möglichen Starttermin und der Dauer des Praktikums.
Bereite zwei oder drei konkrete Beispiele vor, auf die Du stolz bist. Das kann ein Projekt sein, das besonders gut lief, aber auch eine Situation, in der Du ein Problem lösen musstest. Ehrlichkeit kommt besser an als Perfektion. Wenn Du noch nicht weißt, ob eher Kreation oder Beratung zu Dir passt, sag das offen. Ergänze aber, was Du im Praktikum herausfinden möchtest.
Du darfst und sollst selbst Fragen stellen. Wie sieht die Einarbeitung aus? In welchen Projekten arbeiten Praktikant*innen mit? Gibt es eine feste Ansprechperson? Wie viel Eigenverantwortung ist realistisch? Die Antworten helfen Dir einzuschätzen, ob Du wirklich lernen kannst – oder nur Ablage und Routineaufgaben übernehmen würdest.
Absagen einordnen und dranbleiben
Eine Absage sagt nicht automatisch etwas über Dein Talent aus. Vielleicht ist der Platz bereits vergeben, der Zeitraum passt nicht oder die Agentur hat gerade keine Kapazität für Betreuung. Gerade bei beliebten Agenturen ist der Wettbewerb hoch.
Bleib deshalb nicht bei einer Bewerbung stehen. Erstelle eine Liste mit passenden Agenturen, notiere Ansprechpartner*innen und Termine und verschicke Deine Bewerbungen frühzeitig. Für Praktika im Sommer oder im Rahmen einer Ausbildung lohnt es sich oft, mehrere Monate vorher aktiv zu werden. Nach etwa zehn bis vierzehn Tagen kannst Du freundlich nachfragen, wenn Du keine Rückmeldung erhalten hast.
Auch ein Praktikum in der Marketingabteilung eines Unternehmens, bei einem Verlag, einer Eventagentur oder im Bereich Unternehmenskommunikation kann ein sinnvoller Einstieg sein. Du lernst dort ebenfalls, wie Marken, Inhalte und Zielgruppen zusammenkommen. Der beste Weg hängt davon ab, welche Erfahrungen Du sammeln willst und wie intensiv Du betreut wirst.
Praxis als Start in Deinen Beruf
Ein gutes Praktikum bringt Dir nicht nur einen Eintrag im Lebenslauf. Du lernst Arbeitsabläufe, erhältst Feedback von Profis und entwickelst ein Gefühl dafür, wo Deine Stärken liegen. Genau deshalb verbindet die Ausbildung zum beziehungsweise zur staatlich geprüften Kommunikationswirt*in an der AFAK Fachwissen mit einem Vollzeitpraktikum bei Partnerunternehmen. Die Ausbildungskosten übernimmt dabei das Partnerunternehmen, zusätzlich erhältst Du eine Vergütung.
Warte nicht darauf, dass Du Dich irgendwann bereit fühlst. Bereite Deine Unterlagen sorgfältig vor, zeig, was Dich antreibt, und sprich Agenturen direkt an. Dein erster Praktikumsplatz muss nicht Deinen gesamten Berufsweg festlegen – aber er kann der Moment sein, in dem Du merkst: Genau hier will ich weitermachen. Jetzt starten.



